VentoraBlog

Chaotischer Blog über IT, Fotografie und persönliche Gedanken.

Mein Weg zur Arbeit...oder auch warum der ÖPNV in Deutschland eine Katastrophe ist

15.11.2018

Ich möchte euch heute morgen von meinem Weg zur Arbeit berichten und wie sehr mich der ÖPNV in Deutschland aufregt.

Zu meiner Situation: Ich würde mich nicht als "Pendler" bezeichnen. Ich wohne in der selben Stadt wie mein Arbeitgeber und habe eine (wenn ALLES pünktlich kommt) Zeit nach Hause von 45 Minuten (Tür zu Tür). Aber heute Morgen gestaltete sich das etwas anders...

Zunächst komme ich auf den Bahnsteig und sehe im Informationsdisplay "1 Min." bei meiner Bahn stehen. "Toll, dann kommt die Bahn ja gleich" denke ich mir und versuche noch die letzte ruhige Minute des Tages zu genießen. Aber falsch gedacht. Wir alle am Bahnsteig warten und warten. Es passiert nichts. Mittlerweile werden bei mehreren Linien auf dem Display "1 Min." angezeigt. Das kurioseste: Meine Haltestelle ist nur zwei Haltestellen vom Betriebshof weg. Die Bahn kann also keine reguläre Verspätung aufgebaut haben. Informationen von der KVB gibt es nicht. Nicht im Display, nicht auf der Webseite. Ich bin in diesem Moment als Fahrgast also allein gelassen worden. Ich hätte mir hier eine Information gewünscht, warum die Bahn nicht kommt. Ist ein Fahrer ausgefallen? Gibt es eine Weichenstörung? INFORMATIONEN sind das Stichwort. Dann habe ich auch um einiges mehr Verständnis für solche Störungen im Betriebsablauf.

Nun warten wir also 10 Minuten auf diesem Bahnsteig...mittlerweile rechne ich überhaupt nicht mehr mit einer Bahn. Aber dann kommt sie 15 Minuten später. Der Bahnsteig hat sich mittlerweile extrem gefüllt und die Bahn sieht auch nicht gerade leer aus. Wir sind drin. Die Bahn fährt los. Zwei Stationen und dann: Langsamfahrt und Stop. Wir stehen auf freier Strecke. Also heißt es wieder Warten. Nach 5 Minuten geht es weiter allerdings erneut im Schneckentempo. Das Ganze zog sich bis ich aussteigen musste.

Ich stelle mir an solchem Morgen immer die Frage, warum das in anderen Ländern so viel besser klappt. Es ist meiner Meinung nach nicht mehr möglich eine Arbeitstelle ohne Gleitzeit in Deutschland zu haben, wenn man auf ÖPNV angewiesen ist. Und der Lehrerspruch "dann musst du wohl eine Bahn früher nehmen" bringts auch nicht wirklich, wenn eine Störung auch auf der Bahn davor vorkommt. Merkste selbst, wa?

Wer bezahlt das meinem Arbeitgeber, der jetzt 30 Minuten weniger Arbeitsleistung von mir sieht, da ich zu spät komme? Mein Monatsticket von 62 Euro, welches jeder Jahr teurer wird, darf ich natürlich auch bezahlen und zwar im Voraus. Wieso darf ich nicht bei nicht erbrachter Leistung etwas abziehen, wie es sonst z.B. im Handwerker-Business normal ist?

Das KBA rät dazu meinen Diesel zu verkaufen und auf ÖPNV (oder auf einen unbezahlbaren Neuwagen) umzusteigen. Okay, gern. Aber dann kriegt vorher den Nahverkehr in Ordnung.


Made using EzBlog.